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WIE GEWONNEN … SO ZERRONNEN!

Die Spielzeitthemen scheinen ja im Nachgang schon fast programmatisch den Weggang des Intendanten des Brandenburger Theaters (bt) vorweggenommen zu haben.

Die Kündigung von Herrn Busche ist höchst bedauerlich. Besucher und Besucherinnen äußern im Gespräch, dass die Programmgestaltung Busches der Grund war, warum sie nach längerer Pause wieder den Weg ins Theater gefunden haben. Schon wegen der sehenswerten Angebote im Bereich Schauspiel. Der nächste Spielplan nährt leider kaum dieses zarte Pflänzchen. Es gibt viele bereits bekannte Stücke aus alten Spielzeiten und wenig Neues in dieser Sparte, die „in dieser Saison wieder in den Hintergrund getreten“ ist (Zitat Spielplanheft 2025/26).

Dass Herr Busche und das Theater sich nicht ausreichend wahrgenommen fühlen, ist nicht neu. Bereits unter Frau Dr. Tiemann musste das Angebot aufgrund nicht steigender Zuschüsse enorm herunter gefahren werden. Schon damals gab es Versuche, künstlerische Entscheidungen zu reglementieren. Erneute Vorwürfe, dass Herr Busche und der Dirigent Herr Spering an den Brandenburgerinnen und Brandenburgern vorbei inszenieren oder zu wenig „Kassenschlager“ gespielt werden, verkennen völlig den Auftrag eines städtischen Theaters zum durchaus unterhaltsamen „kommunikativen Gedankenaustausch, der multiple Meinungen zulässt, diskutiert und akzeptiert“ (aus dem Vorwort von Alexander Busche).

Die finanzielle Situation hat sich aufgrund neuer Vereinbarungen mit dem Land gebessert, nicht aber die Akzeptanz in der Stadtpolitik. Dass das Theater, insbesondere das Orchester, noch mehr in die Stadt hineinwirken sollte, ist unbestritten und bereits längst als Auftrag von Herrn Spering erkannt worden.

Das Oberbürgermeisterhandeln muss sich an der Erkenntnis ausrichten, dass Kunst und Kultur als „softskill“ ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist, um Zuzug und Ansehen zu generieren.

In ca. 3 Wochen wird sich der Aufsichtsrat des Theaters erneut mit der Kündigung von Herrn Busche beschäftigen. Aus meiner Sicht muss zügig die Stelle des Orchesterdirektors ausgeschrieben werden. Diese Stelle ist vakant, da Herr Busche neben seiner Intendantentätigkeit die Aufgaben zusätzlich übernommen hat.

Über ein transparentes Verfahren sollte dann zügig die Intendanz des bt neu besetzt werden. Damit würde man den Empfehlungen aus dem METRUM-Prozess folgen. Diese Firma für Strategieberatung in den Bereichen Kultur & Bildung hat über einen längeren Zeitraum das bt bei der Neuausrichtung begleitet.

Aufsichtsratsarbeit sollte zielführend und geräuschlos sein. Insbesondere Herr Langerwisch glänzt eher mit kenntnisfreiem Geblubber in der Öffentlichkeit als durch seine Besuche von Vorstellungen des bt. Damit verletzt er aus meiner Sicht seine Pflicht, als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender zum Wohle unseres Theaters zu handeln.

Für einen Ort zu streiten, der „eine der letzten Bastionen einer geistig-tiefgründigen Auseinandersetzung mit Themen und Stoffen in einer diskursoffenen Gesellschaft“ (A.B.) ist, bedarf es Mut, den ich bei der aktuellen Stadtregierung nicht sehe.

Birgit Patz
Oberbürgermeisterkandidatin