Brandenburg an der Havel hat sich in den über 50 Jahren, in denen ich hier lebe, natürlich verändert. Als Oberbürgermeisterin muss es mir wichtig sein, dass alle Generationen mitbestimmen und mitgestalten können – insbesondere junge Menschen. Denn ihre Ideen, ihre Energie und ihre Sicht auf die Zukunft fehlen bei vielen Entscheidungen. Aus diesem Grund habe ich mich seit über 20 Jahren im Jugendhilfeausschuss engagiert, für den runden Tisch der Schülersprecherinnen und eine Kinder- und Jugendbeauftragte gestritten. Wer heute Jugendbeteiligung stärkt, stärkt ein demokratisches Brandenburg von morgen und wirkt dem Wegzug junger Menschen entgegen.
Meine Devise ist: Jugendliche mitreden und mitgestalten lassen – nicht nur, wenn es gerade mal passt!
Bei den unterschiedlichsten Themen habe ich erlebt, wie viel Engagement und Kreativität in jungen Menschen stecken kann. Aber auch Frust und Ohnmacht, wenn sie das Gefühl haben, nicht ernst genommen bzw. hingehalten zu werden. Das war ein Grund, warum ich bereits vor Jahren mit der damaligen Kinder- und Jugendbeauftragten und der verantwortlichen Mitarbeiterin aus der Stadtverwaltung eine Befragung von Kindern und Jugendlichen zu den Jugendhäusern und ihrem Freizeitverhalten selbst in die Hand genommen habe.
Ein Teil der Jugendlichen möchte Verantwortung übernehmen: sei es in der Schule, im Verein oder beim Klima- und Umweltschutz. Diese jungen Menschen einzubinden, wird meine Aufgabe als Oberbürgermeisterin sein.
Kinder- und Jugendbeteiligung beginnt bereits in der Kita und darf in der Schule nicht enden. Ich werde dafür sorgen, dass die Gremienarbeit aktiviert wird. Die Kitas/Horte und Schulen besuche ich und mit der Kinder- und Jugendbeauftragten nehme ich regelmäßig an den Treffen des runden Tisches der Schulsprecher:innen teil, um junge Menschen nicht nur zuschauen zu lassen, sondern ihnen die Möglichkeit zum Mitentscheiden zu geben. Dafür wird ein gesondertes Budget zur Verfügung stehen.

Bei der Stadtplanung, den Freizeitangeboten, Festen oder Kulturprojekten, zählt Ihre Meinung genauso, wie die der Erwachsenen.
Café Contact, KiJu, CaT und das Haus der Offiziere sind Orte, die zeigen, was möglich ist.
Auch am Wahlkampf haben sich diese Einrichtungen dankenswerterweise mit einem eigenen Format engagiert, dem Wahl-O-Mat. Gerade in der aktuellen Debatte um das Haus der Offiziere zeigt sich, wie wichtig Freiräume und geschützte Orte für junge Menschen sind. Das HdO ist ein Ort, an dem Kultur entsteht, an dem die Jugend sichtbar ist und sich entfalten kann, als Ausgleich zum Alltag. Solche Orte dürfen nicht infrage gestellt werden, sondern brauchen Unterstützung, finanzieller, organisatorischer und politischer Art.
Als Oberbürgermeisterin setze ich mich dafür ein, dass diese Angebote als offene Räume für Jugendkultur und Kreativität erhalten bleiben.
Jugendliche wissen genau, was ihnen in ihrem Viertel fehlt: seien es die sicheren Radwege, bessere Treffpunkte oder bezahlbare Freizeitangebote.
Ich bin davon überzeugt, dass Kinder und Jugendliche Ihre Ideen selbst in die Stadtentwicklung einbringen können. Dafür brauchen wir funktionierende Jugendbeiräte, Beteiligungswerkstätten in Kitas und Schulen wie auch regelmäßig stattfindende Jugendforen, in denen Jugendliche mit Fachleuten, der Verwaltung und Politik direkt ins Gespräch kommen können – verbindlich, transparent und mit echten Einflussmöglichkeiten.
Mitgestalten heißt, Verantwortung übernehmen.
Beteiligung ist keine Pflichtveranstaltung, sondern Vertrauen in die nächste Generation. Wer Jugendlichen wirklich zuhört, kann auch selbst dazulernen und neue Perspektiven für unsere Stadt entdecken: Wie wollen wir leben, wie wird unsere Stadt klimafreundlicher, sozialer und lebendiger?
Ich will, dass Brandenburg an der Havel eine Stadt ist, in der man jung sein will und nach der Schule der Stadt nicht gleich den Rücken kehrt.
Meine Ziele für mehr Kinder- und Jugendbeteiligung, kurz gefasst:
Jugendbeteiligung stärken: Mit den jungen Menschen gemeinsam Beteiligungsangebote schaffen, die ein eigenes Budget erhalten und feste Ansprechpartner in der Verwaltung in allen Bereichen haben. Nur so ist echte Mitsprache, auch in den Ausschüssen der SVV, möglich.
Stadtverwaltung als Partner: Jugendliche werden bei ihren Ideen und Projekten durch die Kinder- und Jugendbeauftragte unterstützt, damit gute Ideen nicht an Bürokratie scheitern.
Beteiligung vor Ort, in ihren Stadtteilen: In allen Stadtteilen sollen Kinder und Jugendliche regelmäßig eigene Projekte zum Bürgerhaushalt vorstellen können. 25 % der Gelder aus dem Bürgerhaushalt werden für deren Umsetzung reserviert, z. B. Rampen und Beleuchtung für die Skaterbahn, Sitzmöglichkeiten, über freies WLAN bis hin zu Nachbarschaftsgärten und Klimaaktionen.
Jugendhäuser sichern, indem sie mit finanziellem Rückhalt zeitgemäße und bedarfsgerechte Angebote unterbreiten und Begegnungsorte bleiben.
Wenn Sie mich am 9. November oder bei der Stichwahl, 14 Tage später, zur Oberbürgermeisterin wählen, bekommen Sie eine Brandenburgerin, die sich seit über 20 Jahren für Mitbestimmung starkmacht – und die weiß, dass unsere Stadt nur dann eine Zukunft hat, wenn wir sie gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen gestalten.



